Portäts von Menschen am Steindamm

„Wirksam“

Seit nunmehr über 25 Jahren wird im Stadthaushotel Hamburg  erfolgreich Inklusion gelebt !


Im Herbst 1993 eröffnete in Hamburg das Stadthaushotel  – das erste Integrationshotel Europas. Doch bis endlich die Türen aufgeschlossen werden konnten und die ersten Gäste ihre Zimmer bezogen,  war es ein langer Weg.

1987 entwickelten engagierte Eltern unterschiedlich behinderter Kinder um Henning Born und Harm Paschen die Idee, Arbeiten und Wohnen für Menschen mit Handicaps zusammen zu führen. Unten ein Hotel und oben die Wohngemeinschaft für die Mitarbeiter  – die Idee vom Werkstatthaus war geboren,später entstand daraus das „Stadthaushotel“.

Konzept schreiben, Verein gründen, Spenden sammeln, Politik und Verwaltung als Partner für Unterstützung und Hilfe gewinnen. Das alles wurde mit vielen Händen und rauchenden Köpfen ehrenamtlich organisiert.
 
Neben der Sicherung der Finanzierung, galt es  ein Gebäude zu finden, das nicht nur für die Anforderungen der Wohngruppe sondern insbesondere auch als  Hotelstandort geeignet war. Dies gelang mit dem Reichsbund  als Vermieter (heute: Meravis) in der Holstenstraße in HH-Altona, sodass 1991 feierlich der Grundstein gelegt werden konnte.

„Die Idee war so verrückt, das könnte was werden“, mit diesen Worten begrüßte der Vereinsvorsitzende Henning Born zur Eröffnung am 19. September 1993 die ersten Hotelgäste und die Vertreter von Unterstützern, Verbänden, Politik, Behörden, Medien und der Hamburger Hotellerie.

Einen besonderen Dank gab es an den damaligen Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Henning Voscherau für seine politische und gesellschaftliche Unterstützung zur Realisierung dieses einmaligen Projektes.

Der damalige Bundesminister für Arbeit und Soziales und heutiger Finanzminister Olaf Scholz verlieh Henning Born am  21. April 2009 mit den Worten „ein großes Herz gepaart mit pfiffigen Ideen“ das Bundesverdienstkreuz für sein unermüdliches Engagement.

Es begann mit fünf  begeisterten Mitarbeitern mit Einschränkungen, sieben barrierefreien Hotelzimmern und einer engagierten und qualifizierten Hotelleitung

Heute sind es 13 Hotelzimmer mit zwölf Mitarbeitern, davon neun mit Handicap. Sie arbeiten im Housekeeping, im Frühstücksservice und in der hoteleigenen Wäscherei. So sorgen alle Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter gemeinsam  für eine einmalige Atmosphäre, geprägt von Achtsamkeit und Freude für die Zufriedenheit der Gäste des Stadthaushotels. Alle Teammitglieder  sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt und werden nach dem geltendem Tarifvertrag vergütet.

In diesem  Sinne der Inklusion werden  Übernachten, Arbeiten, Entspannen und Genießen zusammengeführt. Dies zertifiziert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mit 3 Sternen - zuletzt im Herbst 2017. Dabei wurden 332 Punkte erzielt, 240 wären für die Auszeichnung erforderlich gewesen.

Im Stadthaushotel  wurden seit der Eröffnung 125.000 Gäste begrüßt , davon waren ca. 25 % mit einer Behinderung versehen.

Seit Juli 2000 trägt die „Jugend hilft Jugend Arbeit gGmbh“,  ein anerkannter und erfolgreicher Träger der Suchthilfe und der Jugend- und Behindertenarbeit in Hamburg, die  inhaltliche und wirtschaftliche  Verantwortung für das Stadthaushotel. Dies vor dem Hintergrund die ehrenamtlichen tätigen Gründer und Eltern zu entlasten, die aber weiterhin ideell und unterstützend dem Hotel zur Seite stehen.

Nicht nur der tägliche integrative Hotelbetrieb zeichnet dieses Haus aus. Mit unterschiedlichen Projekten konnte die Teilhabe behinderter und beeinträchtigter Menschen gefördert werden. In der Lobby werden die Produkte der Wohngruppenmitglieder verkauft, die nicht im Hotel arbeiten können. Im Rahmen eines „Gehörlosenprojektes“ wurden  Menschen mit Hörbehinderung stabilisiert und qualifiziert  , für 60 % der Teilnehmer  konnte  eine Anstellung auf  dem  1. Arbeitsmarkt gefunden werden. Dies ist nur ein Beispiel für das weitergehende soziale und gesellschaftliche Engagement dieses Pilotprojektes.


Das Hotel ist als Ausbildungsbetrieb bei der Handelskammer Hamburg gut angesehen.
Mit seinen  24 Betten ist das Stadthaushotel wirtschaftlich gut aufgestellt.

Dabei hilft natürlich auch eine öffentliche Förderung. Den Beschäftigungs-sicherungszuschuss (früher: "Minderleistungsausgleich") von 300,-- € pro Mitarbeiter und Monat erhalten Arbeitgeber gemäß SGB IX, die einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, der nicht die volle Arbeitsleistung erbringen kann. Der Hintergrund: dem Arbeitgeber kann nicht alleine  zugemutet werden, die außergewöhnlichen Belastungen selbst zu tragen. Dieser Zuschuss wird im Wesentlichen aus der Ausgleichsabgabe finanziert, die Unternehmen zu zahlen haben, die nicht mindestens 5% der Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Handicap zur Verfügung stellen – hier schließt sich dann der Kreislauf.

Doch um nachhaltig am Markt erfolgreich zu sein,bedarf es natürlich auch einer professionellen Hotelführung, die mit zeitgemäßen Instrumenten für die nötige Auslastung und  einem kostendeckenden Durchschnittspreis sorgt. Dies ist gegeben und sichert somit die Zukunft für dieses wunderschöne Integrationsprojekt.

Das spiegelt auch  das Engagement beim „Embrace Hotelverbund wider. Das Stadthaushotel gehörte zu den Gründungsmitgliedern und war federführend  an der Implementierung dieser Hotelkooperation beteiligt. Heute engagiert sich der Geschäftsführer des Hotels  - Ralf-Georg Gronau  - ( Vorstandsmitglied der IG Steindamm) als Pressesprecher im Präsidium der Embrace Hotels.

Unter dem Arbeitstitel „Embrace“ haben sich im Jahr 2004 mehrere engagierte Hotels und Hoteliers zusammen gefunden, die sich der Integration von Menschen mit Behinderung auf ihre Fahne geschrieben haben, mit dem Ziel eine eigene Interessenvertretung zu gründen.

Daraus ist der  Hotelverbund “Embrace“ entstanden, der in 2008 ins Vereinsregister eingetragen wurde und im letzten  Jahr sein zehnjähriges Jubiläum beging.

Heute sind es nahezu 50 Hotels aus Deutschland und den benachbarten EU-Staaten.

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und das barrierefreie Reisen ist das zentrale Anliegen der Hotels. Insgesamt werden in den „Embrace“ Betrieben fast 1000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt, mehr als die Hälfte der Angestellten  haben eine Behinderung.

Ob mobilitätseingeschränkt, mit einer psychischen Erkrankung oder mit kognitiven Defiziten versehen, jeder findet in den Mitgliedsbetrieben eine verantwortungsvolle Aufgabe mit einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag.

Die Mitarbeiter arbeiten im Housekeeping, im Service, in der Küche, im Facilitymanagement oder an der Rezeption, alle zusammen leisten fachlich versiert ihren Anteil, um den Hotelgästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Die Besonderheiten und die individuellen Bedürfnisse sowohl der Gäste als auch der Hotelmitarbeiter sind dem Verbund eine Herzensangelegenheit. Als Gast willkommen – als Mensch erwünscht. Dafür steht der Verbund der „Embrace“ Hotels.

Den Mitgliedsbetrieben bietet „Embrace“ ferner eine professionelle Plattform zur Vernetzung, zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Aber auch bei der Öffentlichkeitsarbeit, beim Marketing und Vertrieb unterstützt der Verbund seine Hotels u.a. mit  Messeauftritten und übernimmt damit die klassischen Aufgaben einer qualifizierten , routinierten und zeitgemäßen Hotelkooperation.

„Embrace“ ist der einzige Hotelverbund, dessen Häuser geschlossen nach „Reisen für Alle“ zertifiziert sind und der damit eine geprüfte Qualität als aussagekräftige Entscheidungshilfe anbietet – verlässlich, detailliert und transparent.


rgg  25. September 2019„Wirksam“

Seit nunmehr über 25 Jahren wird im Stadthaushotel Hamburg  erfolgreich Inklusion gelebt !


Im Herbst 1993 eröffnete in Hamburg das Stadthaushotel  – das erste Integrationshotel Europas. Doch bis endlich die Türen aufgeschlossen werden konnten und die ersten Gäste ihre Zimmer bezogen,  war es ein langer Weg.

1987 entwickelten engagierte Eltern unterschiedlich behinderter Kinder um Henning Born und Harm Paschen die Idee, Arbeiten und Wohnen für Menschen mit Handicaps zusammen zu führen. Unten ein Hotel und oben die Wohngemeinschaft für die Mitarbeiter  – die Idee vom Werkstatthaus war geboren,später entstand daraus das „Stadthaushotel“.

Konzept schreiben, Verein gründen, Spenden sammeln, Politik und Verwaltung als Partner für Unterstützung und Hilfe gewinnen. Das alles wurde mit vielen Händen und rauchenden Köpfen ehrenamtlich organisiert.
 
Neben der Sicherung der Finanzierung, galt es  ein Gebäude zu finden, das nicht nur für die Anforderungen der Wohngruppe sondern insbesondere auch als  Hotelstandort geeignet war. Dies gelang mit dem Reichsbund  als Vermieter (heute: Meravis) in der Holstenstraße in HH-Altona, sodass 1991 feierlich der Grundstein gelegt werden konnte.

„Die Idee war so verrückt, das könnte was werden“, mit diesen Worten begrüßte der Vereinsvorsitzende Henning Born zur Eröffnung am 19. September 1993 die ersten Hotelgäste und die Vertreter von Unterstützern, Verbänden, Politik, Behörden, Medien und der Hamburger Hotellerie.

Einen besonderen Dank gab es an den damaligen Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Henning Voscherau für seine politische und gesellschaftliche Unterstützung zur Realisierung dieses einmaligen Projektes.

Der damalige Bundesminister für Arbeit und Soziales und heutiger Finanzminister Olaf Scholz verlieh Henning Born am  21. April 2009 mit den Worten „ein großes Herz gepaart mit pfiffigen Ideen“ das Bundesverdienstkreuz für sein unermüdliches Engagement.

Es begann mit fünf  begeisterten Mitarbeitern mit Einschränkungen, sieben barrierefreien Hotelzimmern und einer engagierten und qualifizierten Hotelleitung

Heute sind es 13 Hotelzimmer mit zwölf Mitarbeitern, davon neun mit Handicap. Sie arbeiten im Housekeeping, im Frühstücksservice und in der hoteleigenen Wäscherei. So sorgen alle Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter gemeinsam  für eine einmalige Atmosphäre, geprägt von Achtsamkeit und Freude für die Zufriedenheit der Gäste des Stadthaushotels. Alle Teammitglieder  sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt und werden nach dem geltendem Tarifvertrag vergütet.

In diesem  Sinne der Inklusion werden  Übernachten, Arbeiten, Entspannen und Genießen zusammengeführt. Dies zertifiziert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mit 3 Sternen - zuletzt im Herbst 2017. Dabei wurden 332 Punkte erzielt, 240 wären für die Auszeichnung erforderlich gewesen.

Im Stadthaushotel  wurden seit der Eröffnung 125.000 Gäste begrüßt , davon waren ca. 25 % mit einer Behinderung versehen.

Seit Juli 2000 trägt die „Jugend hilft Jugend Arbeit gGmbh“,  ein anerkannter und erfolgreicher Träger der Suchthilfe und der Jugend- und Behindertenarbeit in Hamburg, die  inhaltliche und wirtschaftliche  Verantwortung für das Stadthaushotel. Dies vor dem Hintergrund die ehrenamtlichen tätigen Gründer und Eltern zu entlasten, die aber weiterhin ideell und unterstützend dem Hotel zur Seite stehen.

Nicht nur der tägliche integrative Hotelbetrieb zeichnet dieses Haus aus. Mit unterschiedlichen Projekten konnte die Teilhabe behinderter und beeinträchtigter Menschen gefördert werden. In der Lobby werden die Produkte der Wohngruppenmitglieder verkauft, die nicht im Hotel arbeiten können. Im Rahmen eines „Gehörlosenprojektes“ wurden  Menschen mit Hörbehinderung stabilisiert und qualifiziert  , für 60 % der Teilnehmer  konnte  eine Anstellung auf  dem  1. Arbeitsmarkt gefunden werden. Dies ist nur ein Beispiel für das weitergehende soziale und gesellschaftliche Engagement dieses Pilotprojektes.


Das Hotel ist als Ausbildungsbetrieb bei der Handelskammer Hamburg gut angesehen.
Mit seinen  24 Betten ist das Stadthaushotel wirtschaftlich gut aufgestellt.

Dabei hilft natürlich auch eine öffentliche Förderung. Den Beschäftigungs-sicherungszuschuss (früher: "Minderleistungsausgleich") von 300,-- € pro Mitarbeiter und Monat erhalten Arbeitgeber gemäß SGB IX, die einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, der nicht die volle Arbeitsleistung erbringen kann. Der Hintergrund: dem Arbeitgeber kann nicht alleine  zugemutet werden, die außergewöhnlichen Belastungen selbst zu tragen. Dieser Zuschuss wird im Wesentlichen aus der Ausgleichsabgabe finanziert, die Unternehmen zu zahlen haben, die nicht mindestens 5% der Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Handicap zur Verfügung stellen – hier schließt sich dann der Kreislauf.

Doch um nachhaltig am Markt erfolgreich zu sein,bedarf es natürlich auch einer professionellen Hotelführung, die mit zeitgemäßen Instrumenten für die nötige Auslastung und  einem kostendeckenden Durchschnittspreis sorgt. Dies ist gegeben und sichert somit die Zukunft für dieses wunderschöne Integrationsprojekt.

Das spiegelt auch  das Engagement beim „Embrace Hotelverbund wider. Das Stadthaushotel gehörte zu den Gründungsmitgliedern und war federführend  an der Implementierung dieser Hotelkooperation beteiligt. Heute engagiert sich der Geschäftsführer des Hotels  - Ralf-Georg Gronau  - ( Vorstandsmitglied der IG Steindamm) als Pressesprecher im Präsidium der Embrace Hotels.

Unter dem Arbeitstitel „Embrace“ haben sich im Jahr 2004 mehrere engagierte Hotels und Hoteliers zusammen gefunden, die sich der Integration von Menschen mit Behinderung auf ihre Fahne geschrieben haben, mit dem Ziel eine eigene Interessenvertretung zu gründen.

Daraus ist der  Hotelverbund “Embrace“ entstanden, der in 2008 ins Vereinsregister eingetragen wurde und im letzten  Jahr sein zehnjähriges Jubiläum beging.

Heute sind es nahezu 50 Hotels aus Deutschland und den benachbarten EU-Staaten.

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und das barrierefreie Reisen ist das zentrale Anliegen der Hotels. Insgesamt werden in den „Embrace“ Betrieben fast 1000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt, mehr als die Hälfte der Angestellten  haben eine Behinderung.

Ob mobilitätseingeschränkt, mit einer psychischen Erkrankung oder mit kognitiven Defiziten versehen, jeder findet in den Mitgliedsbetrieben eine verantwortungsvolle Aufgabe mit einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag.

Die Mitarbeiter arbeiten im Housekeeping, im Service, in der Küche, im Facilitymanagement oder an der Rezeption, alle zusammen leisten fachlich versiert ihren Anteil, um den Hotelgästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Die Besonderheiten und die individuellen Bedürfnisse sowohl der Gäste als auch der Hotelmitarbeiter sind dem Verbund eine Herzensangelegenheit. Als Gast willkommen – als Mensch erwünscht. Dafür steht der Verbund der „Embrace“ Hotels.

Den Mitgliedsbetrieben bietet „Embrace“ ferner eine professionelle Plattform zur Vernetzung, zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Aber auch bei der Öffentlichkeitsarbeit, beim Marketing und Vertrieb unterstützt der Verbund seine Hotels u.a. mit  Messeauftritten und übernimmt damit die klassischen Aufgaben einer qualifizierten , routinierten und zeitgemäßen Hotelkooperation.

„Embrace“ ist der einzige Hotelverbund, dessen Häuser geschlossen nach „Reisen für Alle“ zertifiziert sind und der damit eine geprüfte Qualität als aussagekräftige Entscheidungshilfe anbietet – verlässlich, detailliert und transparent.


rgg  25. September 2019

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