Programm des Polittbüros im Oktober 2020

Programm des Polittbüros im Oktober 2020 http://www.polittbuero.de/bild/typo.gif

OKTOBER 2020 im Polittbüro

Beginn der Vorstellung jeweils 20 Uhr, Eintrittspreis i.A. 15,- /erm. 10,- Euro

Kartenvorbestellung : 280 55 467, Adresse: Steindamm 45,

Hauptbahnhof / ZOB / U-Bahn Lohmühlenstrasse

Website: www.polittbuero.de

 

Do., 1. Okt. 2020:

NESSI TAUSENDSCHÖN:

“Die wunderbare Welt der Nessi 1000schön”

-Special!

20,- / erm. 15,- Euro

Nessi Tausendschön ist ein Original, unverwechselbar und charismatisch mit der Aura eines einzigartigen Kunstwerks, Privates und Weltrettung werden eins.

Sie stellt für jeden Abend extra ein Spezial-Programm zusammen. Neue Nummern und alte Kracher schmiegen sich geschmeidig an die wunderbare Musik von William Mackenzie, der mit seiner Slide-Gitarre alle Herzen erreicht. 

Eines ist sicher: Sie werden lachen! Die höchste Stufe des Lachens ist erreicht, wenn wir über Dinge lachen, über die man ebenso gut auch weinen könnte. Und deshalb wird Nessi auch den einen oder anderen emotionalen Trauergesang anschwellen lassen, wie man es von ihr kennt und wohl auch erwartet, sodass wir eine besonders große Ration zweilagiger Taschentücher empfehlen. Eine Lage für die Rührung, eine Lage für die Lacher. Sie ist eine echte Platzhirschin der deutschen Kleinkunstszene. und man kennt sie aus Fernsehen und Radio, z.B. im Satiregipfel oder als regelmäßige Gästin bei Gerburg Jahnkes „Ladies Night“ im WDR oder der „Anstalt“ im ZDF. 

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die letzten 30 Jahre Bühnen-Dasein an Frau Tausendschön nicht spurlos vorüber gegangen sind: Nessi Tausendschön ist Trägerin des Deutschen Kleinkunstpreises. Diese Auszeichnung mag stellvertretend für die zahlreichen anderen Ehrungen stehen, mit der die Kulturindustrie das kabarettistische Naturereignis Nessi Tausendschön gewürdigt hat. 

„Nessi Tausendschön gleicht einem Vulkan: mal feuerspeiend, dann wieder sanft qualmend - immer unberechenbar. Dass der äußere Schein trügt, führt sie in immer neuen, variationsreichen Ausbrüchen vor. Nicht zu fassen, welche Beutelungen dieses zierliche Wesen auf der Bühne verursacht, wie sie von gefühlvollen Momenten zu anarchischer Wut springt - mit dem ganzen Einsatz ihrer doppelbödigen Persönlichkeit, vor keinem Bruch zurückschreckend.“ (Kölner Stadtanzeiger)

 

Fr., 2.Okt. 2020:

JÜRGEN KUTTNER:

„JÜRGEN KUTTNER erklärt die Welt“

- der legendäre Videoschnipsel-Abend, jedes Mal neu!!

15,- / erm. 10,- Euro

Jürgen Kuttner erklärte schon in der Nachwendezeit im Berliner Radio auf unnachahmliche Weise die Welt. Seitdem zeigt er, wie Wahrheit an Orten gefunden werden kann, wo sie nicht gebraucht wird. "Kollateralschlager in der Sinnzentrifuge" nennt er sein Programm bisweilen. 

„Kuttner dekonstruiert witzig und mit Distanz die Trouvaillen aus Ost und West, ohne den erhellenden Quatsch erfinden oder an den Haaren herbeiziehen zu müssen.“ (Schaan, „Volksblatt“)

Der Kulturwissenschaftler und freier Kunstschaffende war einer der langjährigen Moderatoren des Rundfunksenders Fritz (RBB) sowie Mitbegründer der Ostausgabe der taz. Neben seinen legendären Sprechfunkabenden auf Radio Fritz hat der Moderator an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit seinen meist monatlichen Videoschnipselvorträgen „Von Mainz bis an die Memel“ Kultstatus erlangt und ist mittlerweile überregional in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt.

 

Sa., 3. Okt. 2020:

USCHI BRÜNING & DIE POPETTE BETANCOR:  

„Ich mein Dich“  Jazzstandards Germanized

Hamburgpremiere!!

20,- / erm. 15,- Euro

„Ein Standard kann in einem formalisierten oder nichtformalisierten Regelwerk beschrieben sein oder sich ungeplant ergeben“ (Wikipedia)

Die Jazzlegende Ost, Uschi Brüning singt erstmals Dichtungen und Kompositionen der westdeutschen Songschreibersängerin und Jazzmusikerin Betancor, bekannt als „Die Popette“. 

Brüning und Betancor bringen seit Dekaden die deutsche Sprache zum Klingen und mit „Ich Mein Dich“ ihre Matrix auf die Bühne: Jazz-Standards von Charlie Parker,  Thelonious Monk, Miles Davis, Billy Strayhorn, Annie Ross und anderen. 

Zwei umwerfende Sängerinnen, verbunden durch die Liebe zum Jazz und dem Spass an der Zusammenarbeit, zelebrieren ihre Auswahl mit Piano und Blech. Der unverwechselbare Sound des Quartetts, die große Emotion und Ausdrucksstärke der Brüning und Betancors maßgeschneiderte Nachdichtungen und ergänzende Kompositionen machen diesen Abend aus. Die ausgewählten Songs sind gesellschaftsrelevant und besingen das Lyrische im Profanen und das Nebensächliche im Mittelpunkt. Bleiben und Gehen, Blume und Bar, Mond und Schatten. Ins Deutsche verschoben und mit Attacke bearbeitet wird ein Kanon umgekrempelt mit dem Ergebnis eines zeitgenössischen, zu Herzen gehenden Jazz-Song-Projekts.  

Uschi Brüning - Sängerin, begann ihre Karriere 1970 und arbeitete u.a. mit Manfred Krug, der Klaus Lenz Band, Eberhard Weise, Eva Strittmatter, Ruth Hohmann, Ulrich Gumpert, Georgie Fame. Vor allem aber mit ihrem Partner Ernst-Ludwig Petrowsky.

Auftritte bei Jazz Festivals in Kärnten, Dresden, Weimar, Frankfurt/Main, Bath, Noci und beim Jazzfest Berlin. Gastspiele in Europa und Indien.

Betancor - Bekannt als Die Popette, Sängerin, Texterin, Komponistin lernte Klarinette bei Remy Filipovitch und Jazzklavier bei Christian Brockmeier, studierte Literaturwissenschaften und Musik in Essen, absolvierte ein Spezialisierungsstudium zeitgenössische Komposition an der Hochschule Luzern, schreibt für Musiktheater, ist Bandleaderin und experimentierte als „Die Popette“ u.a. mit der Band Lychee Lassi, Dirk Berger, Clara Haberkamp, David Moss. 

Mit Christian von der Goltz, Flügel, und Martin Klingeberg, Bariton Horn & Trompete 

 

So., 4. Okt. 2020:

CLAUDIA PICHLER:

„Ned blöd ... für a Frau!“

Hamburgpremiere!!

15,- / erm. 10,- Euro

Claudia ist nett, höflich, gscheit und ein hübsches Mädchen – also perfekt angepasst und dermaßen unauffällig. Aber: Claudia hat es satt! 

Als echte Aubingerin, am zivilisatorischen Rande Münchens aufgewachsen, mit allen Isarwassern gewaschen und austriakisch gewürzt, rafft sich die passionierte Lethargikerin, die am liebsten auf dem Kanapee liegt und sinniert, auf und erobert die Kleinkunstbühne. Sie erzählt allzu menschliche Geschichten aus ihrer Welt, fabuliert über ihre Erfahrungen im Berufs-, Genuss- und Liebesleben, erörtert die Tücken religiöser Befindlichkeiten genauso wie die Freuden von Haustierbesitzern und die Missverständnisse, die nur Dialektsprechende erleben können. Claudia, die in München über Gerhard Polt promoviert hat, frönt dabei gern ungeniert und ganz unakademisch ihrem Grant, denn die Zeiten der Zurückhaltung sind vorbei! Dabei greift Frau Dr. Pichler bisweilen zum äußersten: ihrer Gitarre! Selbstgedichtet, arglos arrangiert und musikalisch schleierhaft, aber charmant interpretiert lassen ihre Songs Weltbewegendes bis Alltägliches in ganz ungeahntem Glanz erstrahlen. 

Bisher machte Claudia Pichler im Trio „Die drei Haxn“ mit Anni Preuß und Michael Well die bayerische Kleinkunstlandschaft unsicher, jetzt also startet sie also mit ihrem ersten Solo-Programm durch. Dabei ist nicht nur „ned blöd“, sondern unwiderstehlich charmant, authentisch und erschreckend nixscheißert. 

 

Do., 8. und Fr., 9. Okt. 2020:

ESTHER BEJARANO & MICROPHONE MAFIA:

„Per la Vita“

15,- / erm. 10,- Euro

Familie Bejarano trifft Microphone Mafia! Per la Vita –ein ungewöhnliches musikalisches Projekt stellt sich vor: Orient trifft Okzident, die Jüdin den Moslem, die Atheistin den Christen, Süd trifft Nord, alt trifft jung, Frau trifft Mann, Tradition trifft Moderne, Folklore trifft Rap, Hamburg trifft Köln, ausdrucksstarke Stimmen treffen auf geniale Musiker, Spannung trifft auf Harmonie, Herz trifft Verstand, die Familie Bejarano trifft Microphone Mafia –und alle arbeiten gleichberechtigt nebeneinander.

Esther Bejarano ging durch die Hölle von Auschwitz und Ravensbrück, ihre Kinder Edna und Joram konnten und können den ungebrochenen Antisemitismus in der bundesdeutschen Mehrheitsgesellschaft am eigenen Leibe spüren. Seit vielen Jahren treten die Bejaranos mit zwei anderen Musikern als Gruppe „Coincidence“ auf. Ihr Programm „Lider far ́s Leben“ besteht zu einem Teil aus Liedern in jiddischer Sprache, die in den Ghettos und KZs entstanden sind. Darin drückt sich Esther Bejaranos Herkunft, Geschichte und Selbstverständnis als Jüdin aus. Der zweite Teil des Programms beschäftigt sich mit der Gegenwart: Ausgrenzung, Rassismus, Gewalt und Krieg werden anhand von Stücken von Bertold Brecht, Nazim Hikmet oder Mikis Theodorakis thematisiert. Die Texte werden im Original vorgetragen, mindestens acht Sprachen - neben deutsch - bringen die beiden Bejarano-Frauen bei ihren Auftritten zu Gehör: jiddisch, hebräisch, ladino, russisch, romanes, türkisch, griechisch und englisch, manchmal kommt noch spanisch oder italienisch dazu. Damit wollen sie ihr Verständnis von Völkerfreundschaft und -verständigung ausdrücken. 

Rosario Pennino, Kultu Yurtseven und Önder Bardakci sind typische „Jugendliche mit Migrationshintergrund“: aufgewachsen im Kölner Arbeiterviertel wurden und werden sie zeitlebens mit Rassismus konfrontiert. Ihre Erfahrungen verarbeiten sie in ihren Musikstücken. Seit zwanzig Jahren sind sie als Microphone Mafia unterwegs und rappen auf türkisch, neapolitanisch und Kölsch. In das Projekt „Per La Vita“ - Für das Leben - fließen sehr unterschiedliche Erfahrungen ein. Diese unterschiedlichen Erfahrungen aus der Vergangenheit brachten die Bejaranos und die Microphone Mafia in der Gegenwart zusammen, um sie mit anderen zu teilen, aus ihnen zu lernen und gemeinsam für eine bessere Zukunft einzutreten. „Bei dem Projekt prallen Welten aufeinander. Und dieser Aufprall soll die Menschen wachrütteln“, kommentiert Kutlu Yurtseven das Projekt. Dieser musikalische Urknall ist ein ungewöhnliches künstlerisches Projekt, in dem musikalische Widersprüche harmonisch in Einklang gebracht werden, eine gewagte Synthese aus Tradition und Moderne, in der sich in den Texten die Erfahrungen aus der Vergangenheit und der Gegenwart widerspiegeln. Auch wenn manche Stücke betroffen machen, so strahlen die meisten Optimismus aus, sind so vielschichtig wie das Leben selbst, und trotz aller Höhen und Tiefen ein uneingeschränktes „Ja!“ zum Leben

 

Sa., 10. Okt 2020:

SIMON & JAN: 

„Alles wird gut“

15,-/ erm. 10,- Euro

Du fühlst dich müde? Du bist überfordert und erschöpft von der Welt da draußen und dein Körper taumelt wie auf Autopilot durch den alltäglichen Wahnsinn? Du bist manchmal wie gelähmt von der geballten Blödheit, die dir täglich aus deinem Tablet ins Gesicht springt?

Alles wird gut.

Du denkst, die Welt könnte einfach mal von dieser Japanerin aufgeräumt werden, dieser Bestsellerautorin? Und bei dir könnte sie dann gleich weitermachen? Es strengt dich jetzt schon an, diesen Text zu lesen und wenn dieser Satz hier nicht bald endet, bist du raus?

Alles wird gut.

Du hast es satt, deiner eigenen Spezies beim Versagen zuzusehen? Es regt dich auf, dass wir uns bei all den Herausforderungen in der Welt immer noch mit dieser Nazikacke abgeben müssen? Du willst einfach nur warme Wollsocken und mit deinem Buch ins Bett? Du gehst auf die 40 zu und denkst darüber nach, zurück zu deinen Eltern zu gehen? Du ziehst deine Lebensbilanz und das einzige, das bleibt, ist Eierkuchen? 

Alles wird gut.

Du bist nicht allein. Simon & Jan werden dir helfen. Wir treffen uns regelmäßig in größeren Gruppen, vielleicht auch in deiner Stadt. Aber Vorsicht - es könnte süchtig machen. Wir beginnen mit den Grundlagen: Einatmen. Ausatmen. Aaaaah, tut das gut! Wir finden langsam unsere innere Ruhe und dann machen wir gemeinsam kaputt, was uns kaputt macht.

Denn Simon & Jan sind gekommen, um uns zu retten. Mit ihrem Programm lösen sie die Probleme der Menschheit - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Dabei tun die beiden preisgekrönten Liedermacher genau das, wofür wir sie kennen und lieben: Sie balancieren auf der Borderline nachts um halb eins durch die Irrungen und Wirrungen unserer Welt, jodeln gegen ungezähmten Fleischkonsum und begleiten unsere Spezies vor das letzte Gericht.

Meine Damen und Herren, es ist an der Zeit in Panik zu geraten - Alles wird gut!

„Falls es den Kabarett-Gott gibt, dann müsste so eine Gruppe ganz groß rauskommen. Sie müsste mit Preisen überhäuft werden für ihre Klugheit, für ihre selten zu findende Textqualität, für ihre Selbstironie, für ihre Musikalität sowieso, und für die Kaltschnäuzigkeit, sich nicht im Geringsten anzubiedern - selbst wenn es um einen Wettbewerb geht, wo die Anbiederung gewissermaßen Zweck der Veranstaltung ist.“ (Passauer Neue Presse)

Jugend Kulturell Förderpreis - Kabarett & Co, Nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik, Obernburger Mühlstein, St. Ingberter Pfanne, Reinheimer Satirelöwe, Krefelder Krähe, Troubadour, Prix Pantheon, Das schwarze Schaf vom Niederrhein, Tuttlinger Krähe, Nominiert für den Deutschen Musikautorenpreis, Deutscher Kleinkunstpreis, Bayerischer Kabarettpreis, Mindener Stichling, Thüringer Kleinkunstpreis, Salzburger Stier 

 

Mi., 14. Okt. 2020:

EVA KIENHOLZ:

"Ihr Kampf. Wie Höcke & Co. die AfD radikalisieren"

- Lesung und Buchvorstellung

15,-/ erm. 10,- Euro

Völkisch, nationalistisch, unberechenbar: Auch nach seiner formellen Auflösung treibt der „Flügel“ um Björn Höcke die AfD vor sich her. Doch obwohl die Sammlungsbewegung der äußersten Rechten das Bild der AfD in der Öffentlichkeit dominiert, bleibt sie eine Blackbox. Auf welche Netzwerke stützt sich der Flügel? Welche Rolle spielt der Verleger Götz Kubitschek? Warum ist Andreas Kalbitz - und der Kampf gegen seinen Parteiausschluss - für die Szene so wichtig?

Die Journalistin Eva Kienholz legt eine umfassende Analyse zur Entwicklung des Flügels vor, die es so noch nicht gegeben hat. Sie berichtet aus geschlossenen Veranstaltungen und von offenem Hass. Warum der Aufstieg der AfD einst tot geglaubte Rechtsextreme wieder ins Zentrum des politischen Geschehens rückt, wie gefährlich diese neuen Akteure sind und wie es so weit kommen konnte – all das verrät dieses Buch. 

Eva Kienholz, geboren 1987 in Heidelberg, studierte Germanistik, Geschichte und Deutsche Literatur in Mannheim und Berlin. Sie arbeitete in Redaktionen, Verlagen und einer Werbeagentur und ist heute als freie Autorin tätig. Seit 2015 beschäftigt sie sich intensiv mit der AfD und der Neuen Rechten.

"Ein couragiertes, akribisch recherchiertes Buch. Eva Kienholz war hinter den Kulissen ganz nah an den Menschen dran, die das Land nach rechts verschieben wollen – und unsere liberale Demokratie angreifen. Ein wichtiges Dokument der Aufklärung.“ (Christian Fuchs, Die Zeit, Autor „Das Netzwerk der Neuen Rechten“)

„Eva Kienholz hat inkognito Feste der Höcke-AfD besucht, deren Umfeld ausgeleuchtet und mit Aussteigern gesprochen. Ihr Buch vereint kurzweilige Reportagen mit fundierten Analysen und lässt klar die Absichten der Rechten erkennen.“ (Sebastian Puschner, stellvertretender Chefredakteur des Freitag)

 

Do., 15. Okt. 2020:

REISEGRUPPE EHRENFELD:

„Schnall Dich an, Schatz!“ -  grenzenlose Komik

Hamburgpremiere!!

15,- / erm. 10,- Euro

Seit ihrem Studium an der Sporthochschule Köln, standen Maja Lührsen und Theo Vagedes in unterschiedlichen Formationen im Rampenlicht deutscher Kabarettbühnen. Von ihrem Heimathafen Köln-Ehrenfeld aus nehmen sie nun in ihrem ersten gemeinsamen Programm „Schnall dich an, Schatz!“ ihr Publikum mit auf eine grenzenlos komische Fahrt durch den Kosmos der Beziehungen, des Stadtviertels und der Politik. 

Mit Liebe zum Detail werden diese Welten wortgewandt, musikalisch und bewegungsreich in Szene gesetzt. Ganz in der Tradition berühmter Paare der Weltgeschichte wie Bonnie and Clyde, Lennon und Ono oder Barbie und Ken ist ihr Blickwinkel auf die Dinge: mal rebellisch, mal poetisch, mal skurril. So bewegen sich die beiden spielerisch zwischen den beiden Polen der Leichtigkeit des Seins und den Abgründen des Scheins.

 

Fr., 16.Okt. 2020:

MAXIMILIAN SCHAFROTH:

„Faszination Bayern“

20,- / erm. 15,- Euro

Nach seinem ersten Soloprogramm „Faszination Allgäu“ setzt der Kabarettist Maxi Schafroth seine bizarre Beobachtungsreise nahtlos fort. „Faszination Bayern" ist der zweite Meilenstein seiner von langer Hand geplanten Kabarett-Trilogie. Die Idee dazu hatte Schafroth nach eigener Aussage im Alter von sieben Jahren beim Berühren des elektrischen Weidezauns in Gumpratsried bei Eggisried. „Das war bewusstseinserweiternd!“, so Schafroth, der im Rahmen seiner IHK Lehre zum Bankkaufmann auch eine solide Kabarettausbildung genossen hat. In „Faszination Bayern“ geht die Reise heraus aus dem strukturschwachen Allgäuer Raum, über den Lech, bis in die gelobte Universitätsstadt München. Dort begegnet Maxi Schafroth Starnberger Zahnarztkindern in Geländewagen, Münchner Bildungsbürgern in senfgelben Cordhosen und hippen Szene-Pärchen mit Holz-Look-Brillen. Von der BayWa Ottobeuren bis zum Manufactum Gummistiefel-Regal am Münchner Marienhof, Maxi Schafroth bringt uns die Vielseitigkeit des flächenmäßig größten Bundeslandes näher und tritt als bundesweit agierender Kulturcoach für Toleranz und Miteinander ein. Mithilfe von fundierten historischen Belegen sensibilisiert er für die bayerische Geschichte und klärt auf über den ersten bayerischen Siedler und Vorvater „Eusebius der Wirbellose“ aus dem 9. Jahrhundert und dessen 40-köpfige Bauernarmee, den „Frusthaufen“, der in der sogenannten „Igelformation“ fußläufig bis nach Damaskus vorgedrungen war. Auf seinem umgebauten Erbhof schafft Maxi Schafroth Abhilfe für die Probleme ausgebrannter Leistungsträger. Das Resozialisierungszentrum für Aussteiger-Banker und das Gletscherhüttenseminar „Loslassen!“ für überspannte „Helicoptering Parents“ brachten ihm die Nominierung zum „Entrepreneur of the Year“ seiner Heimatgemeinde Stephansried ein und katapultierten ihn über Nacht in Wikipedia auf Platz zwei der prominentesten Personen des 78 Seelen Dorfs, gleich nach Wunderheiler Sebastian Kneipp. Maximilian Schafroth scheute bei der Entwicklung seines neuen Programms keine Mühe und kein Risiko. Er begab sich in durchaus brenzlige Situationen, darunter eine mehrjährige Betriebsspionage bei einer Großbank, ein dreitägiges Praktikum in einer Schwabinger KiTa und die Teilnahme am Seminar Atemtherapie für Führungskräfte. Aus diesem biographischen Crossover macht Maxi Schafroth umwerfendes Kabarett, immer unterlegt mit dem schnarrenden Charme seines Allgäuer Akzents. 

Begleitet wird er auch in „Faszination Bayern“ wieder von Herz und Verstand und vor allem von seinem kongenialen Gitarristen und Hofnachbarn Markus Schalk. 

„Leichtigkeit in der Spielfreude - Kreativität im Denkansatz. Musikalisch eine Freude für die Ohren, spielerisch ein Fest für die Augen. Maxi Schafroth ist eine Entdeckung. Das junge, kritische, vielseitige Kabarett von heute, so sieht es aus. In den Worten seiner Figuren eine Win Win Situation für das Kabarett.“ (Aus der Laudatio zum Gewinn des Prix Pantheon 2013) „Schafroth zerlegte Ländliches wie Kleinbürgerliches, Bauernschläue, Banker-Chuzpe und alternative Betulichkeit in ihre komische Banalität, ohne sie lächerlich zu machen. Und traf damit beim Publikum ins Schwarze.“ (Süddeutsche Zeitung)

Ausgezeichnet u.a. mit dem Prix Pantheon Jurypreis 2013, dem Stuttgarter Besen 2014 und dem Bayrischen Kabarettpreis 2017. Bei NDR-Extra 3 ist Schafroth Moderator und immer wieder Gast.

 

Sa., 17. Okt.  2020:

HANS-HERMANN THIELKE:

„Immer“

15,-/ erm. 10,- Euro

Die ganze Welt scheint momentan aus den Fugen geraten zu sein. Immer ist irgendetwas, was sich ständig und selbst verändert. Angst, Panik und schlimmste Befürchtungen bestimmen unseren Alltag. Hans-Hermann Thielke, Postbeamter Ade, sitzt in seiner Trutzburg - einem 2 ¾ Reihenmittelhaus am Rande einer Kleinstadt und denkt nach: Wird meine Arbeit schon bald von einem fleißigen Roboter übernommen? Muss ich für meine Plastiktütensammlung zu Hause ein Zwischenlager errichten, um die Weltmeere zu entlasten? Was mache ich mit meinen alten Thermohosen, wenn es - dem Klimawandel geschuldet - immer wärmer wird?

Mit der Verlässlichkeit eines deutschen Beamten beobachtet Thielke seine Umgebung und deren Veränderungen. Er weiß aber auch, wenn er nicht mit der Zeit geht, muss er mit der Zeit gehen. Aktuell im Zeitalter der Globalisierung schaut Thielke dem Bewohner der Bundesrepublik Deutschland akribisch genau vor, hinter und auf den Kopf.

Hans-Hermann Thielke: 179 cm groß, Seitenscheitel, moderne Gleitsichtbrille. Er ist der Mann, dem jeder immer blind vertrauen kann. Auch diejenigen, die sich selbst schon längst nicht mehr über den Weg trauen! Er nimmt alle Sorgen ernst und nimmt sich dafür viel Zeit. Hans-Herman Thielke weiß wie kein anderer, wie es ist, wenn man nicht mehr aus noch ein weiß. Er wusste es nämlich noch nie. Einfühlsam und kompetent nimmt er seine Nachbarinnen und Nachbarn, Mitbürgerinnen und Mitbürger an die Hand und führt sie trockenen Fußes durch die aufgewühlte See des Alltags. Er weiß: „Am Ende des Tages geht das Licht aus“, aber bis es soweit ist, gibt es immer noch viel zu lachen.

Seit über 25 Jahren begeistert der Vollblutkomiker und Schauspieler Helmut Hoffmann alias Hans-Hermann Thielke im Strickpullunder aus der beamtendeutschen Mitte der Gesellschaft sein Publikum mit einzigartigen Geschichten aus dem Alltag des Lebens nach der Post. Mit Hans-Hermann Thielke ist ihm ein genaues Abbild des deutschen Michels gelungen. Er überzeugt in seiner Rolle als pedantischer aber liebenswerter Postbeamter im Ruhestand. Der gelernte Clown erlangte durch Auftritte in Funk und Fernsehen und auf Bühnen im deutschsprachigen Raum (z. B. Quatsch Comedy Club, Wetten, dass...?, Verstehen Sie Spaß?, NDR, ARD, etc.) nationale Bekanntheit und ist immer noch ein Garant für feine Komik und umso mehr unverzichtbar in der deutschsprachigen Unterhaltungslandschaft.

 

So., 18. Okt. 2020:

ELLA CARINA WERNER:

„Der Untergang des Abendkleides“

- Premierenlesung

15,- / erm. 10,- Euro

Für eine Frau jenseits der dreißig steckt die Gegenwart voller Fragen: Kann man jetzt noch eine Punkband gründen? Sind Viererbeziehungen nicht doch besser als Zweierbeziehungen? Wenn man dem Mann den Rücken krault, ist das schon unbezahlte Care-Arbeit? Und wann beginnt endlich die soziale Weltrevolution?

In Ella Carina Werners erstem Geschichtenband "Der Untergang des Abendkleides" treten auf: Ihre liebenswert-elegante Mutter, die doch nicht ganz so verstorbene Ururgroßmutter, eine Sextouristin aus Singapur in den Straßen von St. Pauli sowie eine munter-exzentrische Schar weiterer Damen und der eine oder andere männliche Zaungast. Witz und Aberwitz, Zwiegespräche über Frauenquoten und #MeToo, Komik und Haltung treffen aufeinander und beweisen: Ella Carina Werner ist eine ebenso warmherzige und gewiefte Geschichtenerzählerin und eine der humorvollsten Kämpferinnen für den Feminismus.

Ella Carina Werner ist Redakteurin des Satiremagazins „Titanic“ in Frankfurt und betreibt die Lesebühne „Liebe für alle“ im Grünen Jäger, St. Pauli. Außerdem schreibt sie für das „Missy Magazine“, „taz“ und die „Frankfurter Rundschau“.

„Ich freue mich so über dieses Buch, ich küsse den Boden, auf dem es geht.“ (Margarete Stokowski)

„Natürlich ist Ella Carina Werner eine Frau. Aber eine lustige!“ (Thomas Gsella)

 

Mi., 21. Okt. 2020:

SARAH BOSETTI:

„Ich hab nichts gegen Frauen, Du Schlampe! - Mit Liebe gegen Hasskommentare“

20,- / erm. 15,- Euro

Sarah Bosetti hat eine Superkraft: Sie kann Hass in Liebe verwandeln! Während sich ganz Deutschland fragt, was wir gegen die Wut und Feindseligkeit in unserer Gesellschaft tun können, versammelt sie die schönsten Hasskommentare, die sie bekommt, und macht aus ihnen lustige Liebeslyrik und witzige Geschichten. Misogynie wird zur Pointe, Sexismus zu Schmalz und irgendwo dazwischen wird das Patriarchat zu Poesie. 

Sarah Bosetti findet Feminismus anstrengend und ist zugleich eine der präsentesten und witzigsten feministischen Stimmen auf Deutschlands Kabarettbühnen. Sie ist bekannt aus Die Anstalt im ZDF, Nuhr im Ersten, der ARD Ladies Night, den Mitternachtsspitzen im WDR und als Kolumnistin bei radioeins (RBB) und WDR2. 

„Bosetti ist nicht nur witzig. Ihr Kommentar zum Feminismus ist fantastisch.“ (Stuttgarter Nachrichten)

„Sarah Bosetti zeigt, was entsteht, wenn Hasskommentare auf klugen Witz und einen scharfen Verstand treffen.“ (Horst Evers) 

„Frau Bosetti ist ein Genre für sich!“ (Gerburg Jahnke)

 

Do., 22. Okt. 2020:

HOSEA RATSCHILLER

„Ein neuer Mensch“

15,- / erm. 10,- Euro

„Unser tägliches Brot gib uns heute“ - So geht es nicht weiter. Das weiß jedes Kind. Die Großen wissen es auch. Und reden sich raus. Am besten geht das mit Witzen. Da kommt der Ratschiller ins Spiel. Seine Spezialität ist das „Einetheatern“. Das ist Österreichisch und heißt, er steigert sich in Sachen hinein. Und heute war wieder einiges los. Der Sex wurde erfunden und abgeschafft. Der Sozialstaat wurde erfunden und abgeschafft. Ein Brot wurde in einen Igel verwandelt. Und über all das wollen wir abends lachen. Dann können wir besser schlafen. So einfach ist das. Geht doch eh.

Die Presse schreibt: „Begeisterten Applaus“ für sein „politisch brisantes Kleinbürger-Psychogramm“. Eine „bestechend kluge“ (Falter) und „humorvolle Indiziensammlung zum aktuellen Befund unserer Gesellschaft, die Ratschillers formale und inhaltlichen Stärken elegant zur Geltung bringt“ (Ö1). 

Damit nicht genug: „Die Dichte aus Selbstbefragung und Weltanalyse erinnert an große Ein-Mann-Stücke der heimischen Kabarettgeschichte, wie Qualtingers Herr Karl oder Haders Im Keller“ (SN). Am Rande erwähnt sei, dass es auch sehr lustig zugeht. Ratschillers pubertierenden Grönlandhai, störrischen Staubsauger und blutigen Bobo-Brot-Igel sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen. 

Regie: Petra Dobetsberger

 

Fr., 23. Okt. 2020:

LIZA KOS:

„Was glaub‘ ich, wer ich bin?!“ 

15,- / erm. 10,- Euro

Liza Kos spielt so verblüffend mit kulturellen Klischees, dass wir  über die eigenen Vorurteile lachen!

Die gebürtige Russin schlüpft gekonnt in verschiedene Rollen und bietet einen unterhaltsamen Mix aus Persiflage, Parodie und Liedern, der u.a. ihre eigene und eigentümliche Integration erzählt. In ihrem Solo hat die sympathische Wahl-Aachenerin Themenstoff für drei Programme. Sie treibt ihr Konzept an einen Punkt wo das Klischee menschlich wird,  genauer: an dem Menschen in ihrem eigenen Klischee gefangen sind. Allen voran sie selbst.

Liza Kos kommt aus Moskau, zieht mit ihren Eltern nach Deutschland, will und muss sich integrieren und lernt die Landessprache, die sie auch bald perfekt beherrscht -Türkisch!  Nach vier Jahren unterm Kopftuch, hängt sie dieses an den Nagel und beschließt eine „richtige Deutsche“ zu werden.  Um dies zu erreichen und die Integration endlich abzuschließen meldet sie sich in einem Karnevalsverein an… 

„Ihre herausragenden stimmlichen Fähigkeiten bilden das Gerüst für Ihre Texte, die immer mit einem Augenzwinkern die Alltagsprobleme zwischen den Kulturen aufs Korn nehmen.“ -  „Ihr Wortwitz ist clever, leichtfüßig und punktgenau eingesetzt, ihr Gespür für bewusst verzögerte und überraschende Pointen exzellent.“ (General Anzeiger)

 

Sa., 24. Okt. 2020:

JEAN-PHILIPPE KINDLER:

"Mensch ärgere Dich!"

15,- / erm. 10,- Euro

Die Mutter von Jean-Philippe Kindler beschloss im Sommer 1996, ihren Sohn mitten in die Duisburger Realität hinein zu gebären - wozu solch zweifelhafte Entscheidungen führen?

Zuerst einmal zu einem Aufwachsen in Düsseldorf, einem Studieren in Tübingen und schließlich zu einem Wohnhaft-Sein im Paris des Ruhrgebiets: in Bochum. Zugegeben, der geographische Werdegang Kindlers ist die scheiternde Geschichte auf dem Stapel der abgelehnten Romanmanuskripte.

Sein künstlerischer Werdegang hingegen überzeugt in allem: Kindler ist NRW Landesmeister im Poetry-Slam, Gewinner der deutschsprachigen Meisterschaften 2018 und Nominierter für den Nachwuchsmoderatorpreis.

Er ist einer der wenigen Künstler_innen, die das Politische humorvoll, präzise und ungemein berührend darstellen können.

Das Video zu seinem Text „Mindesthohn“ wurde im Internet über 500.000 mal geklickt und bezeugt eine Energie im Wort, die bereits verloren geglaubt schien.

Mit seinem neuen abendfüllenden Programm „Mensch ärgere Dich“ erhebt er auf irrwitzige und poetische Art und Weise die Stimme für jene Geschichten, die zu selten gehört werden. So geht es mal um soziale Ungerechtigkeit, und mal um seine Eltern, die gerne „Läuft bei dir“ sagen. Die Zuschauer_innen erwartet eine Mischung aus präziser Slam-Poetry, Sprechgesang, Comedy-Elementen und Kabarett. Der Titel des Programms verrät es bereits: Kindler denkt Gesellschaft spielerisch, seine eigene Verantwortung betonend, dass wir die Politik so gestalten müssen, dass sie Glück für alle ermöglicht.

„Ein Slammer wie aus dem Bilderbuch“ sagt der WDR – schließt Euch an!

 

So., 25. Okt.2020:

CHRISTINE PRAYON:

„Abschiedstour“

20,- / erm. 15,- Euro

Geliebtes Publikum! Mit „Abschiedstour“ setze ich auf die ganz großen Gefühle, nachdem ich mit meinem ersten Programm „Die Diplom-Animatöse“ jahrelang auf die ganz kleinen Gefühle gesetzt habe (Weil ich oft danach gefragt werde: Ein kleines Gefühl ist zum Beispiel so mittelviel Sympathie einem ganz guten Bekannten gegenüber). Wenn Ihnen Gefühle wichtig sind, Sie zur Entspannung aber auch gerne mal etwas denken, sollten Sie sich unbedingt dieses Programm ansehen. Es wird mein letztes sein. Sichern Sie sich also schnell noch Karten. 

Vielleicht löst das Wort „Abschiedstour“ bei Ihnen Verwunderung, Trauer oder gar Panik aus. Das macht nichts. Genau so ist es von mir und meinem Management beabsichtigt. Ein Abschied steigert den Marktwert dieses Kabarettprodukts durch die emotionale Aufladung nochmal um ein Vielfaches. Dabei spielt es keine Rolle, um welchen Abschied es geht: 

Verabschiedet Christine Prayon sich von der Bühne? Möglich. Eine Frau stellt ab Mitte 40 eine ästhetische Provokation dar und zieht sich, wenn sie ihr Publikum wirklich liebt, besser unaufgefordert aus der Öffentlichkeit zurück. 

Ist das Kabarett tot? Möglich. Wenn Politiker sich als Clowns versuchen, rennen die Clowns in die Politik. 

Oder reden wir hier von einem Abschied im ganz großen Stil? Vom Ende des Kapitalismus? Möglich. - - - REINGELEGT!! Natürlich nicht möglich. Der Kapitalismus ist das Hinterletzte, aber er ist alternativlos. Ende der Diskussion. 

Also welcher Abschied nun? Wie gesagt – es spielt keine Rolle. Hauptsache, Sie sind jetzt neugierig. 

Christine Prayon, auch bekannt als Birte Schneider aus der heute show, ist bereits vielfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Deutschen Kabarettpreis und dem Deutschen Kleinkunstpreis.

 

Di., 27. Okt. 2020:

DOTA (Duo)

DOTA KEHR: Gesang, Gitarre

JAN ROHRBACH: E-Gitarre, Keyboard

20,- / erm. 15,- Euro

Im April 2014 erhielt Dota den Fred-Jay-Preis, der seit 1989 alljährlich an deutsche Liedtexter verliehen wird. Der Chansonnier Sebastian Krämer hielt die Laudatio:

"(...)  Wir haben es hier mit einer Dichterin zu tun, meine sehr verehrten Damen und Herren, die, geprägt vom Bossa Nova Sao Paulos einerseits, von der Sago-Schule eines Christof Stählin andererseits, die Zerrissenheit und Ratlosigkeit ihrer Generation mit dem Schmelz der Poesie überzieht. Und mit dem Schmelz ihrer sanften Stimme. Überall, wo Sänger gelobt werden, fallen die Vokabeln Authentizität und Natürlichkeit. Und dann hört man Dota und denkt: Ach so!, ich nehme das mit der Natürlichkeit und Authentizität im Bezug auf alle anderen zurück, hier singt jemand komplett unverbildet, unverdorben, unverbraucht, oder, um mit Reinhard Mey zu sprechen, noch „mit einer Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt“, ein erwachsenes Kind, kein koketter Erwachsener.

(...) Allein über Dota Kehr, die Humoristin, ließe sich eine ganze Doktorarbeit schreiben. Ihre Ballade über eine gute Fee, die, damit beauftragt, den Weltfrieden herzuzaubern, selber Ansprüche stellt und zu äußerst unsanften Mitteln greift, bevor irgend etwas Gutes geschieht, räumt die Unbedarftheit volksnaher Blödelbarden und die Arroganz belehrender Kabarettisten gleichzeitig mit einem Wisch vom Tisch. Dota macht kein Kabarett. Dota ist politisch. Aber nicht plakativ, sondern – wie es in der Refrainzeile des erwähnten Liedes heißt: kompliziert.

Am 3. April 2020 ist das neuste Album von Dota erschienen: Gedichtvertonungen von Mascha Kalékos Texten, fein komponiert und mit namhaften Gastmusikern: Hannes Wader, Konstantin Wecker, Alin Coen, Uta Köbernick, Max Prosa, Francesco Wilking und Felix Meyer geben sich die Ehre und singen gemeinsam mit Dota die Texte der großen Dichterin der „neuen Sachlichkeit“.

In der Duo Besetzung mit Jan Rohrbach gibt es Stücke vom aktuellen Album zu hören, wie auch eine Auswahl älterer Lieder und ein paar noch unveröffentlichte Stücke.

 

Do., 29. Okt.  2020:

FIL: 

„Die Expertise war bedeutend höher“

Hamburgpremiere!!

20,- / erm. 15,- Euro

Fil wuchs im Märkischen Viertel auf, wie Sido, entschied sich aber für eine Karriere abseits des Hip Hop. Er begann mit 15 Jahren für die Berliner Stadtzeitung „Zitty“ Comics zu zeichnen und errang sich damit über die Jahre einen ehrlichen erdigen Ruhm bei seinen Mitbürgern. Mit 25 begann er, zusätzlich noch aufzutreten mit Gitarre und - eine Zeitlang, jetzt schon lange nicht mehr - mit einem fantastischen Stoffhai. Jetzt ist Fil über 50, sieht jünger aus (aber halt trotzdem nicht richtig gut. Er sieht aus, wie ein sehr unattraktiver 45jähriger) und - ach so, genau, hat auch bereits 2 Romane geschrieben. Nicht nur geschrieben, auch noch von einem bürgerlichen Verlag drucken lassen. Fil ist eine Art alte Stefanie Sargnagel mit Penis, die Gitarre spielen und zeichnen kann. Fil ist wie ein tropfender Hahn, der sich selber nervt. Sehr unterhaltsam für andere. „Und noch etwas kommt in FIL zusammen: Professionalität und Dilettantismus. Das Resultat ist kultiviertes Chaos. (…) Und das ist lustig? Ich schwöre, das ist es.“ (Titanic)  „Er ist echt gut, obwohl er lustig ist.“ (Hamburger Morgenpost)

Fil wieder.  Wer ihn noch nicht kennt, sollte das sofort ändern.

Fil.  Seit vielen vielen Jahren im Geschäft und jedes Jahr eine komplett neue Show. Das schafft nur er. In einer aus den Fugen geratenen Welt ist er der verlässliche Fels. Der verlässliche Fels im hässlichen Pelz. Und er frisst einen grässlichen Wels. In „Die Expertise war bedeutend höher“ beantwortet unser Freund singend und sprechend die großen Fragen unserer aus den Fasern geschleuderten Welt in der das Böse längst gesiegt hat. Mit kecker Warmherzigkeit hält er uns einen Spiegel vor und führt uns zärtlich ein in die altehrwürdige Kunst des Lachens.

Fil erläutert, warum es nicht nur grüne, sondern auch rote E-Roller gibt und wie es sein kann, dass wir dennoch nicht glücklich sind. Als erster deutscher Comedian überhaupt unternimmt er den Versuch, den Riss durch die Gesellschaft zu kitten, indem er AFD-Wählern mit dem Song „Nazischweine, lasst mich nicht alleine“ eine Hand entgegenstreckt. Er arbeitet sich an sämtlichen Themen und Brennpunkten der letzten  Woche ab, so dass ihr hinterher einsichtig und mit disruptiv erweitertem Horizont zugeben werdet: „Das war echt gut“. Und so ist es. 

So ist Fil. 

Echt gut. 

Und gerecht. 

Er ist ein guter aufrechter Mensch, der euer Eintrittsgeld verdient.

 

 

Fr., 30. Okt. 2020:

LISA CATENA:

„Der Panda-Code“

15,- / erm. 10,- Euro

Deutscher Kabarettpreis 2019!

Lisa Catena hat von den besten gelernt: Als halbe Schweizerin weiß sie, wie man an Geld kommt ohne dass es jemand erfährt – und als halbe Italienerin wie man allen erzählt man wäre bettelarm obwohl man in der größten Villa am Platz lebt. Widersprüchlich sagen Sie? Normal sagt Lisa Catena.

In einer immer komplexeren Welt hängt irgendwie alles mit allem zusammen. Aber dass ausgerechnet der Panda eine signifikante Rolle dabei spielen könnte, dieses Wirrwarr zu entzerren, das ist wirklich eine brandneue Erkenntnis, die Sie schockieren wird. Welche Verschwörung gilt es aufzudecken? Wie knacken auch Sie den Code?

Lisa Catena ist eine Getriebene. Vielleicht auch ein wenig Vertriebene. Als Italo-Schweizerin hat sie es dieser Tage auch nun wirklich nicht leicht. Denn sogar die Politik ist wie Autofahren in Italien – wer am lautesten hupt, hat Vortritt. Mit geschärftem Blick interpretiert Sie die Dinge mit einer erfrischenden Sicht von außen, ganz unneutral und zeigt Zusammenhänge, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Genauer hinschauen ist angesagt. Das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ bekommt im Zusammenhang von YouPorn und Dschungelcamp eine ganz neue Brisanz. Die Automobilindustrie muss durch immer absurdere Maßnahmen vor der sicheren Pleite geschützt werden und was die Kühe in der Welt anrichten, das geht tatsächlich auf keine Ministerhaut mehr. Denn Zahlen lügen nicht, oder doch?

Vertrauen Sie uns: Am Ende dieses Abends sind Sie reicher, schlauer und geheimnisvoller. Der Panda-Code macht es möglich!

 

Sa., 31. Okt. 2020:

DAS GELD LIEGT AUF DER FENSTERBANK, MARIE:

„Nummernschieben“

Hamburgpremiere!!

15,- / erm. 10,- Euro

Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie begeistern seit 10 Jahren mit ihrer eigenen Form der Kleinkunst. Wenn sich das real-fiktive Liebespaar nicht gerade ebenso unterhaltsam wie virtuos verquatscht, tragen sie sprachjonglierende Lieder und Gedichte vor. Dabei schaffen sie mit erstaunlicher Leichtigkeit den Spagat zwischen Komik und gesellschaftskritischem Tiefsinn.

Friedolin Müller und Wiebke Eymess sind „fantastische Musiker, urkomische Komödianten und Situationskomiker, Sprachakrobaten und Vieldiskutierer und vollführen zusammen eine ganz wundervolle Parodie auf das junge Akademiker-Paar von heute. Loriot im 21. Jahrhundert.“ (Passauer NP) 

Im Jubiläumsprogramm Nummernschieben zeigt das Duo all seine Lieblingsstücke. Dazu nie gespielte Texte und Lieder aus dem Giftschrank.

Zumindest theoretisch. Denn die beiden sind sich über die Auswahl der Nummern nicht einig. Aber das Programm muss fertig werden, damit ihre Kinder etwas zu essen haben. Also lassen sie ihre Fans über deren Lieblingsstücke abstimmen. Die sind sich auch nicht einig. Es hilft nichts: Die Zwei von der Fensterbank müssen Nummern schieben!

Und am Ende des Abends werden sich wieder alle fragen: War das einstudiert oder improvisiert? Privat oder politisch? Ist das Kunst - oder meinen die mich?

„Ein Muss für Freunde der Kleinkunst“ (Münchner AZ).

Thüringer Kleinkunstpreis 2013, Mindener Stichling  2012, Großes Passauer Scharfrichterbeil  2011, Stuttgarter Besen 2011 (Holz), St.Ingberter Pfanne 2010 (Jury), Münchner Kabarett Kaktus 2009 (1.Preis), Vollblutaraberx2

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