Menschen am Steindamm

Menschen am Steindamm Foto: Rolf Förster

Da sitzt sie nun am Schreibtisch, wie immer, die gute Seele des Familienclans der Försters, genauer: Karl+Rudolf Förster Erben.
Frau Helga Naumann, 50 Jahre betreut sie die Finanzbuchhaltung und vieles mehr.
Und irgenwie passt das Metier auch zu ihr. Sie ist eine echte Dame, immer elegant gekleidet, eine Erscheinung!

"So lange in einer Firma zu arbeiten hat immer etwas mit dem Stil des Hauses zu tun, wenn die Inhaber oder Chefs das vorleben und leben, dann ist man an der richtigen Stelle  und dann bringt man sich gern und engagiert ein", Zitat Ende. Ein schönes Kompliment an die Försters!
Rolf Förster, Sohn von Karl, hat seinen sehr erfolgreichen Beruf zum Wohle des Hauses aufgegeben als großes Unglück über die Familie kam. "Ein großes Opfer für ihn", sagt sie und bei der Erinnerung ist sie immer noch voller Achtung.

1968 trat sie in die Firma ein" mit Handschlag, Hamburger Vertrag", der gilt bis heute!

Und wie war das damals so am Steindamm? lautet meine Frage.
Helga Naumann gerät ins Schwärmen!
Es war eine gutbürgerliche Gegend. Mit Milchmann, Tante-Emma Laden, Friseur, Schlachter, Fischmann, Juwelier, Antiquitätengeschäft, Pelze gabs und große Firmen hatten sich niedergelassen, das Klockmannhaus nicht zu vergessen, da kaufte man seine Lederwaren. American Store für die ersten Jeans in Hamburg.
Die HASPA war näher am Park, eine sehr effektive Mannschaft sorgte für die Kunden, das war unbeschreiblich wieviel Kontakt täglich zustande kam.

"Dann wurden die Bäume gepflanzt, das war zu schön".

Rotlicht gab es auch damals schon, für das gehobene Clientel! Cherie mit Tischtelefon, die Herren mit Krawatte und Hut.
Am Steindamm,Höhe  Hansaplatz, standen die girls, die kannten wir und manchmal grüßten wir uns auf die Schnelle.

Irgendwann kam der Beate Uhse Shop dazu und damit begann sich so langsam der Niedergang anzuschleichen. Die erste große Flüchtlingswelle schwappte nach St.Georg, die Menschen durften das Quartier nicht verlassen, hatten keine sinnvolle Beschäftigung und dann bald nur noch andere Dinge im Kopt. Sex,Drugs and Crime machten sich breit zum Nachteil für den Steindamm. " Aber unsicher haben wir uns alle nie gefühlt".
Die Geschäfte änderten sich und damit das Angebot. Der Unterschied zu früher konnte nicht größer sein. Doch die Menschen machen einen Standort aus und die waren immer reell.Hunderte wohnten hier und das ist ja auch heute noch so. Und inzwischen hat sich das Angebot sehr zum Vorteil verändert. Ganz anders, aber gut!
Die Neugier auf den Standort ist ihr geblieben, mit viel Aufmerksamkeit verfolgt Helga Naumann die Entwicklung " immer wieder neu, immer wieder im Wandel, das hält jung!!

Danke Helga Naumann und noch viele schöne Momente bei uns und mit uns am Steindamm!

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