Kunst braucht Raum

2008 gründete Tanja Hehmann daher mit einer Gruppe anderer KünstlerInnen die Galerie nachtspeicher23 in der Lindenstraße 23 als einen alternativen, nicht-kommerziellen Kunstraum im Hamburger Stadtteil St. Georg. Sein Ziel ist es, zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum näher zu bringen, und KünstlerInnen die Möglichkeit und den Raum zum Experimentieren zu geben.

Die Galerie fördert Nachwuchstalente und eröffnet über ihr Jahresprogramm und weitere Veranstaltungen die Diskussion über eine Vielzahl aktueller Themen. Außerhalb der Vernissagen und regulären Öffnungszeiten können die wechselnden zehn bis fünfzehn Ausstellungen pro Jahr auch durch die großen Schaufenster der Galerie besichtigt werden. Bis 2012 arbeitete Tanja Hehmann als aktives Mitglied der Galerie, konzipierte das Jahresprogramm, betreute KünstlerInnen, kuratierte Gruppenausstellungen und organisierte externe Austausche mit anderen Galerien. Es begeistert sie immer wieder, dass ihre ursprünglichen Ideen durch so viele Mitglieder bis heute engagiert weiterverfolgt werden - und das wohl bemerkt immer noch komplett ehrenamtlich! Die Situation für Bildende KünstlerInnen hat sich bis heute leider nicht verbessert, im Gegenteil: Durch steigende Mieten und Verdrängungsprozesse, durch gezielte Stadtentwicklung oft noch vorangetrieben, wird es immer schwieriger, bezahlbare Ateliers und auch Ausstellungsräume zu finden bzw. jenseits kommerziellen Verwertungsdruckes zu betreiben. Ein Großteil dieser freien Kunstorte, aktuell 23 an der Zahl, hat sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, die sich ART OFF HAMBURG nennt, der quicklebendigen freien Kunstszene in Hamburg mehr Sichtbarkeit verleiht und sich für eine "freie Kunststadt Hamburg" einsetzt:

"Die Bildende Kunst ist heute Sammelbecken vieler Äußerungsformen und die kreative Disziplin schlechthin geworden. Sie kümmert sich um die vielfältigen Erscheinungen unseres heutigen und zukünftigen Lebens. Wenn diese Kunst frei von Marktmechanismen, eingebettet in ihren städtischen Vierteln und in der offenen Diskussion mit einem interessierten Publikum entstehen kann, ist sie für unsere Stadt und darüber hinaus zukunftsweisend. Denn sie entwirft ständig neue und andere Modelle, die bei den großen, zu erwartenden Umwälzungen durch umweltpolitischen Handlungsdruck und Digitalisierung dringend gebraucht werden.
Sabine Mohr, Dos Pfeil, Elke Suhr in der Broschüre ART OFF HAMBURG 2019, gefördert von der Behörde für Kultur und Medien, Hamburg"

Als Künstlerin in Hamburg ist Tanja Hehmann auch in der Kunstvermittlung tätig und realisiert immer wieder Projekte, die den Austausch bspw. zwischen Kunst und Wissenschaft fördern und einem breiteren Publikum den Zugang zur Kunst und durch sie angeregte und gespiegelte Fragestellungen eröffnen. Tanja Hehmann wünscht sich insofern sehr, dass die Kunstszene in Hamburg noch vielfältiger wird und auch der nachtspeicher23 seine Arbeit in St. Georg, einem Stadtteil, dem sie sich nach wie vor sehr verbunden fühlt, viele Jahre weiterführen kann.

Auf dass die Forderungen von ART OFF Hamburg mehr Gehör und aktive Unterstützung in allen Sparten der Gesellschaft und in der Politik finden.

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